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von Dirk Schmitz / Westfälische Rundschau
Eine reizvolle Reise in ein schizophrenes Reich der Sinne erlebte am Freitag die Zuschauergemeinde im Werkhof „Hohenlimburg“. Verrücktheit ist immer eine Frage des Maßstabes derer, die sich eben nicht für von solcher Art halten. Abgrenzung, auch Angst? Verrückt als Chance: Die Wortherleitung deutet es an. Denn verrückt bedeutet auch abgerückt. Jenseits – als außenstehender Beobachter seiner selbst – Reflexion durch und in der Musik.
Der Werkhof gab am Freitag Abend dieser Verrücktheit eine Chance. Das Konzert deutete sich wohl selbst als Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn. Rock-Gitarrist Hans Reffert aus Mannheim vertonte die phantastischen Texte des schizophrenen Dichters Adolf Wölfli aus der Schweiz. Proklamator Bernd Köhler lieh dem weitgehend unbekannten Poeten als Indianischer Bergbauer seine Stimme. „Crazy Culture“ im Sinne des Wortes:
Ohren und Augen – gar Verstand? – wurden beansprucht zwischen Klischee und emotionaler Revolution. Skurrile Kompositionen mit Jimi Hendrix, Rex und Pink Floyd – nicht sicher: Schweizer Heimatklänge? Auf keinen Fall Klamotte! Hörenswerte Versatzstücke mit eigenwillig ästhetischer Synthese von Rock, Blues, Pop und Jazz in einer kommerzialisierten Musikwelt – surreales Wagnis mit Zukunft! |